Dieser Lauf vom 06.11.11 in Paderborn ist einmalig in Deutschland und war das Highlight meiner Flughafenlaufserie. Der Start dieses Zehnkilometerlaufs fand an der Schwelle 06 statt. Das ist der Punkt auf dem die Flugzeuge starten oder zur Landung ansetzen. Dies ist allerdings noch nicht das Besondere an diesem Lauf. Die Besonderheit ist, dass der Lauf während des normalen Linienflugverkehrs stattfand.
Wie bei fast allen Läufen war auch diesmal wieder meine Familie mit dabei. Die Anreise verlief besser als gedacht und wir trafen am Samstag gegen 16.45 am Flughafen ein.

Dort gibt es den sogenannten QUAX Hangar. Dieser ist Museum, Restaurant(Triebwerk) und Aussichtsterrasse zugleich. Somit konnte ich schon mal die Laufstrecke in Augenschein nehmen und stellte fest, das zumindest die ersten 2,5km flach sein werden. In der Ausschreibung gab es den Hinweis das die Strecke einige Steigungen aufzuweisen hat. Das abholen der Startnummer verlief zügig und zu meiner Überraschung erfuhren wir, das 2 Läufer aus Berlin am Start sind. Im Triebwerk haben wir zu Abend gegessen und verfolgten den Flugverkehr. Dieser ist viel geringer als bei uns in Tegel. Aber wir haben wenigstens einige neue Fluggesellschaften live gesehen. Das war für Nils ein Highlight. Anschließend ging es nach Paderborn ins IBIS Hotel.

Dann endlich war der Raceday. Ich war angespannt und wir waren bereits um kurz vor 10.00 Uhr am Flughafen. Die Startzeit war laut Ausschreibung für12.30 Uhr geplant, in Abhängigkeit vom Flugverkehr. Vor Ort hingen  Hinweiszettel aus, das unser Start nach dem Start der Lufthansa nach München erfolgen soll. Dieser Start war für 12.40 Uhr geplant.
Aufgrund der noch vorhandenen Zeit inspizierten wir den Zielbereich. Sponsor für die Getränke war unter anderem Carolinen Brunnen. Die Firma war vor Ort mit einem eigens von Collani kreierten LKW. Die Zugmaschine sah aus wie ein Raumgleiter.

Der Start rückte näher und ich lief mich ein. Dafür wählte ich unsere  Laufstrecke und lief 1,5km in entgegensetzter Richtung. Ich bekam einen ersten Eindruck was unter dem Begriff Steigungen zu verstehen war. Vom Schild KM9 Richtung KM8 ging es heftig bergab. Ich war beeindruckt und trotte wieder zurück. Dann zog ich mich um, verabschiedete mich von meiner Familie und ging zum Shuttlebus. Zuvor mussten wir Läufer eine Sicherheitskontrolle passieren. Diese war optischer Natur durch 2 Security Mitarbeiter. Die Shuttlebusse fuhren uns über den Taxiway zum  Vorstartbereich am Air-Berlin Hangar. Dort standen einige geparkte Flugzeuge und vier Dixis waren aufgestellt. Zur Unterhaltung spielte eine Sambaband und eine Cheerleadergruppe zeigte ihr können. Der Start rückte immer näher und die Busse brachten nun die letzten Läufer zum Air-Berlin Hangar. Um 12.25 mussten wir uns alle sammeln und es gab die letzten Instruktionen. Besonders wurde darauf hingewiesen, dass wir nichts auf die Start- und Landebahn schmeißen sollen, da ja nach uns sofort der normale Linienbetrieb ungestört weitergehen sollte. Für die letzten gab es noch einen nicht ganz ernst gemeinten Hinweis. Ihnen wurde empfohlen sich ab und zu mal umzudrehen. Wenn sie die Lichter und Räder eines Flugzeuges erkennen können, sollten sie dann doch ein bisschen Gas geben. Die gesamte Laufgruppe wurde weiter an den Start herangeführt. Am Taxiway war erst mal Schluss und wir mussten warten. Dann startete endlich die Lufthansa Maschine nach München unter unserem Applaus.

Wir dachten das es nun endlich losgeht. Aber es kamen noch 2 kleine Sportmaschinen. Nun endlich setzte sich unser Führungsfahrzeug zur Startlinie in Bewegung. Wir konnten es kaum erwarten loszulaufen und folgten dem Auto sehr zügig. Es machte den Eindruck, als wenn es einen fliegenden Start geben sollte. Am Runway 06 hielt er und wir nahmen über die komplette Breite der Startbahn (46m) Aufstellung. Somit hatten sehr viele Läufer einen Platz in der ersten Reihe. Die Cheerleader und der Starter nahmen Aufstellung und um 12.42 Uhr gab es den lang ersehnten Startschuss. Ich war ziemlich aufgeputscht durch die ganze Atmosphäre und rannte sehr schnell los. Nach geschätzten 500m lang ich auf Platz 12. Ich versuchte mich so langsam wieder unter Kontrolle zu bekommen und verringerte das Tempo ein wenig. Glücklicherweise hatten wir Rückenwind und somit brauchte ich mir niemanden zu suchen um im Windschatten zu laufen. Der Erste KM verging wie im Flug. Nach ca.1,4km liefen wir parallel zum QUAX Hangar. Dieser ist rund 300m von der Bahn entfernt. Ich winkte zu den vielen Zuschauern auf dem QUAX Hangar und machte mir Gedanken ob Manuela und Nils mich überhaupt erkennen können. Nach 2,2km war ich am Ende der Bahn und blickte mich noch ein mal kurz um. Diese ersten 2km waren gefühlsmäßig nicht beschreibbar. Es war einfach nur genial, während des normalen Flugbetriebes über die Start- und Landebahn zu laufen. Wir verließen das Flughafengelände über ein Nottor und bei KM3 gab es das erste km-Schild. Ich hatte eine Durchgangszeit von 12:05min.. Bisher war die Strecke flach, aber das sollte sich ändern. Von KM3,5 bis KM4,2 ging es ziemlich heftig bergab. Den Km habe ich in 3:50 min. zurückgelegt. Aber dann ging es bergauf. Die folgenden KM waren ein ständiges auf und ab. Kurz vor KM6 liefen wir am Fuß der Burg Wewelsburg entlang. Jetzt war der Lauf auch landschaftlich sehr schön. Kurz vor KM7 passierten wir ein freies Feld und ich spürte einen leichten Gegenwind. Dann ging es noch ein Mal leicht hinab bevor der finale Anstieg kam. Von KM8 bis KM9 ging es nur bergauf. So eine Steigung hatte ich nicht erwartet. Nach dem 9km Schild ging es noch weitere rund 200m bergauf, ehe wir auf dem höchsten Punkt angekommen waren. Wir querten dann die gesperrte Flughafenzufahrtsstraße und es ging parallel zum Terminal Richtung Ziel. Der letzte KM war leicht abfallend und führte uns über den Flughafenparkplatz. Der QUAX Hangar und das Ziel waren in Sichtweite. Die Strecke führte allerdings noch einige Meter am Ziel vorbei. Mit einem scharfen 180° Turn konnten wir dann endlich auf die Zielgerade einbiegen. Dort bereiteten uns die Cheerleader einen super Empfang und nach 42 Minuten und 38 Sekunden war ich zufrieden im Ziel. Das bedeutete am Ende Platz 43 von 824 Finishern.
Die Zielverpflegung war sehr gut mit Bananen, Äpfeln und Müsliriegeln. Auch das Getränkeangebot von Carolinen Brunnen lies keine Wünsche offen. Von Warsteiner gab es Alkoholfreies Weizen.
Ein Highlight waren die von der Feuerwehr aufgestellten Duschzelte. Das Wasser war schon fast zu heiß zum Duschen und die Duschschläuche mit Duschköpfen hatten viel Druck auf der Leitung.

Nach dem ich mich ein wenig erholte hatte und wir auch noch einen Durchstart einer Air-Berlin Maschine geboten bekamen, machten wir uns auf den Heimweg Richtung Berlin. Ein sehr schöner, aber auch anstrengender Lauf.


Jörg Stargardt

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