Als Begleiter der Berliner Triathlon-Delegation auf der Jugendaustauschfahrt nach Israel hatte ich auch das Vergnügen, an einem Sprint-Tri in Ashqelon teilzunehmen:

In Israel gibt es nur wenige Triathleten und haben so sie lebenslange gleiche Startnummern. Das vereinfacht vieles: einmal Nummer 200, immer 200. Es müssen auch zum Beispiel nicht immer neue Radnummern geklebt werden. Ich hatte mir mein Bike von Dudi Shermann, dem Chefcoach der Triathleten aus Jerusalem geliehen und so kleine wie das Land ist, kennt ihn wirklich jeder. Mit seinem Bike mit der Nummer 200 fällt man immer auf: „Oh, ist the bike from Dudi“, Ma he wacha e dudi ?“. Das nervt langsam und ich bin froh, als ich meine eigenen Startnummer 6060 über die 200 kleben kann. Beim Einstellen der Räder wieder eine Stimme: „Ah, you still have the bike from Dudi, greetings to him !“ ….

Wir wussten nicht, wann wir starten sollten. Alle Anfragen wurden so beantwortet: „The first start is for the youngest at 7 and then every 10 minutes“ Tja, wann jetzt genau bitte ?

Schwimmen im Mittelmeer: Salz und Wellen ! Ich frage noch Jugendwart Jan E. nach Tipps fürs Wellenschwimmen: „Wenn du mit dem Wellen schwimmst, einfach die Gleitphasen länger machen und mit den Wellen abfallen lassen“ Aha, beim Schwimmen muss ich daran zwar denken, aber je weiter man draußen im Meer schwimmt, je länger werden die Wellenberge und meine Gleitphase kann ich leider nicht so lange ausdehnen…

Wir hatten ja vorher noch gefragt, ob denn beim Schwimmen  im Mittelmeer da auch Wellen sind. „no, no, we swim inside the pier in the marina“. Nun, hier sind piers, links und rechts zwei starke Steinmolen, die die Wellen brechen würden. Leider schwimmen wir direkt in der Mitte, wo die Wellen schön kräftig brechen.
Trotzdem geht das Schwimmen gut und nach 18:12 bin ich aus dem Wasser.

Dudis Bike geht ab, erstmal ein bisschen kreuz und quer durch Ashqelon auf perfekten Straßen, die mir das israelische Militär absperrt ! Endlich sind die Jungs, die man sonst im Alltag mit ihrem MPs sieht, mal zu etwas nutze.

Ein fein gesperrte dreispurige Alphaltstraße (Bundesstraße 4) erwartet uns nun. 10 km gegen den Wind, danach schön laufen lassen. Wären wir in die andere Richtung gefahren, wären wir im Gaza-Streifen gelandet. Die Jugendlichen durften übrigens Windschattenfahren und dafür bekamen sie einen Aufkleber auf den Helm, damit die Kampfrichter dies wussten. Dudi hatte beim Start davon einen Stapel in der Hand. Jetzt wünschte ich mir solchen einen Aufkleber. Richtig „Druck machen“ kann ich nicht, liegt doch die letzte Trainingseinheit zu lange zurück und ich will doch den Wettkampf „enjoyen“. Nach 48:43 komme ich wieder in die WZ.

Nun doch dreimal am Strand hin und her. Hier sieht man jeden. Und alle mit diesen professionellen Anzügen mit Nation und Namen auf dem Hintern. Ich bin froh, dass mein Hintern das Ganze überhaupt noch aushält !
Beim Laufen wird mir auch klar, warum hier so früh gestartet wird und wir um 4 Uhr in Jerusalem aufgestanden sind, um hierher zu kommen: Die Hitze wird nun mächtig und es gibt kein Schatten. Aber mit den Zurufen und Aufmunterungen mit meinem BerlinMan Shirt komme ich auch hier gut ins Ziel (26:46) und bin überglücklich, mal wieder einen Triathlon gemacht zu haben.

Schöner Sport !

Unser Favorit Niklas hätte das Rennen sicher gewonnen; leider ist er jedoch nach dem Radfahren kurz vor der Wechselzone gestürzt: Er musste ins Krankenhaus, das Rad ist hin.
Er war bereits aus dem Radschuh ausgeschlüpft als dieser sich löste und ihm damit das Vorderrad verriss. Glücklich, dass es am Ende doch nur bei Schürzwunden geblieben ist !!! Ob er damit jedoch in ein paar Tagen ins Tote Meer steigen wird, ist fraglich…

Hajo

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